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Die Deutsche Gemeinde Singapurs im Swiss Club, Geschichte(-n) und Anekdoten

 

Die deutsche Gemeinde Singapurs im Swiss Club – eine Geschichte, und Anekdoten der letzten zwanzig Jahre. Dieser Artikel ist die Fortsetzung des Posts im September letzten Jahres zum ehemaligen Deutschen Klub, der im Frühjahr 2000 aufgegeben wurde. Wer noch Interesse am Vorgängerartikel hat, findet diesen ebenfalls auf diesem Blog.

Wie im vorangegangenen Post berichtet, musste das Klubhaus des damaligen deutschen Klubs an der First Avenue im Frühjahr 2000 aufgegeben werden. Drei Alternativen wurden diskutiert. Den Bau eines neuen Klubhauses ohne Facilities (kleine Lösung), mit Eigenmitteln umsetzbar. Den Bau eines großen, mit allen Einrichtungen versehenen Klubhauses, ähnlich Wissens- oder Hollandse Club (große Lösung), mit Eigenmitteln plus Darlehen und Sponsoring umsetzbar. Aufnahme der Mitgleiter des Deutschen Klubs in den Swiss Club ohne Beitrittsgebühr, dazu die Übertragung des größten Teils des liquiden Vermögens des Deutschen Clubs an den Swiss Club.

Der Swiss Club war und ist traditionell sehr vermögend. Der Verein besitzt sehr hochwertige Immobilien im gesamten Swiss Club Estate. Neben Nutzung durch die eigenen Einrichtungen, sind diese verpachtet. Auch die deutsche Schule hatte ihren alten Campus viele Jahre auf den Liegenschaften des Swiss Club. Hieraus ergeben sich natürlich Pachteinnahmen. Die Pachtverträge waren jedoch oft schon recht alt, gleichzeitig aber sehr langlaufend, und beinhalteten keine Inflationsanpassungsklauseln.

Auf der anderen Seite war der Klub jedoch nicht besonders liquide. Begründet in der ungünstigen Relation zwischen der Größe der Einrichtungen des Klubs, und der Mitgliederzahlen. Außerdem lag es daran, dass das Klubhaus ein zwar sehr schönes, mittlerweile aber auch altes Gebäude ist, mit den entsprechend steigenden Renovierungs- und Unterhaltskosten. Aus diesem Grund war der Swiss Club stark am liquiden Vermögen des Deutschen Klubs interessiert.

Punktuelle Zusammenarbeit und Kooperationen zwischen den beiden Vereinigungen gab es schon lange, man war sich nicht fremd. Das galt besonders für den Sport. Die deutschen und Schweizer Fußballer trainierten gemeinsam auf dem Gelände des Swiss Club. Die deutschen Tennisspieler hatten fest reservierte Zeiten auf den Courts des Swiss Clubs. Die Radsportgruppen bestanden von Beginn an aus Mitgliedern beider Klubs. Bei den Kartenspielern gab es Gruppen (Skat, Doppelkopf), die sich im wöchentlichen Wechsel in beiden Klubs trafen. Die Mütter der Deutschen Schule konnten zu bestimmten Zeiten, auch ohne Mitgliedschaft, im Swiss Club einen Kaffee trinken, wenn sie ihren Nachwuchs abholten. Das deutsche Oktoberfest fand, in den späten Jahren, auf dem Fußballplatz des Swiss Club statt. Außerdem gab es immer schon einige, wenn auch nicht viele, Doppelmitgliedschaften.

Ein Problem für die freie Mitgliederwerbung waren – und sind – für den Swiss Club, neben den Aufnahmegebühren, die Mitgliedschaftskategorien. Es gibt zum einen die Ordinary Membership, diese ist beschränkt auf schweizerische Staatsbürger, es gibt eine Aufnahmegebühr von mehreren tausend Dollar. Dann gibt es die Individual Transferable Membership. Diese kostet eine deutlich höhere Aufnahmegebühr, kann aber an andere Personen weiterveräußert werden. Ähnlich ist die Corporate Transferable Membership. Hier zahlt ein Unternehmen eine sehr hohe Aufnahmegebühr, Es darf nach eigener Entscheidung eine bestimmte Anzahl Mitarbeiter mit Familien privilegieren, den Klub zu nutzen. Diese drei Mitgliedschaftserklärungen besitzen ein Stimmrecht. Relevant hierfür sind jedoch praktisch nur die Ordinary Member, schweizerische Staatsbürger, da die Transferable Membership beiderlei Typs sehr selten ist.

Eine vierte Kategorie ist die Associate Membership. Diese Kategorie steht allen Nationalitäten offen. Die maximale Relation zwischen Ordinary- und Associate Mitgliedern ist in den Statuten des Klubs festgelegt. Die Aufnahmegebühr der Associate Membership ist gleich der der Ordinary Mitgliedschaft. Sie besitzt jedoch kein Stimmrecht. Dieses Klassenrecht macht die Mitgliedschaft im Swiss Club für andere Nationalitäten als Schweizer nicht besonders attraktiv. Der deutsche Klub, aber auch z.B. der Holländische Klub kannten bzw. kennen so etwas nicht. Dieses Thema sollte noch Bedeutung erlangen.

Im Rahmen der Verhandlungen zwischen den Vorständen der beiden Klubs wurde schnell deutlich, dass es in den Statuten des Swiss Club keine Änderungen geben wurde. Das bedeutete, dass die Mitglieder des deutschen Klubs als Associate Members aufgenommen würden – mit Ausnahme einiger weniger Mitglieder des deutschen Klubs, die Schweizer Nationalität waren. Die Deutschen würden zwar eine erhebliche Mitgliederzahl stellen, wahrscheinlich eine Mehrheit, jedoch nur beschränkte Mitwirkungsrechte erhalten, insbesondere kein Stimmrecht bekommen.

In dieser Phase spielte der Zeitfaktor dem Swiss Club in die Hände. Der Deutsche Klub brauchte umgehend eine Lösung, da durch die Vorentscheidung zum Zusammengehen mit dem Swiss Club die Zeit für die beiden anderen Zukunftsvarianten ablief. Der Swiss Club hätte seine Liquiditätsprobleme auch mit Zwischenlösungen vor sich her schieben können. Der Vorstand des Deutschen Klubs ließ sich daher auf den Händel ein. Im Gegenzug gab es eine schriftliche Notiz des Vorstandes des Swiss Clubs, zu gegebener Zeit innerhalb der stimmberechtigten Ordinary Members ein Stimmrechtsmodell für Associate Members zu diskutieren – ein verbindlich vereinbarter zeitlicher Horizont hierfür, oder eine Entscheidungswegweisung des Vorstandes des Swiss Clubs wurde jedoch nicht erreicht. Mit Datum Mai 2000 (das Datum kann einen Monat früher oder später liegen das erinnere ich nicht mehr exakt) wurden die Mitglieder des deutschen Klubs als Associate Members ohne einmalige Beitrittsgebühr in den Swiss Club aufgenommen, im Gegenzug wurde der Großteil des liquiden Vermögens des Deutschen Klubs auf den Swiss Club übertragen. Mehrere tausend Mitglieder, sowie mehrere Millionen Dollar.

Der gemeinsame Start war etwas rumpelig. Die deutschen Neuankömmlinge vermissten ihren alten, familiären Klub. Insbesondere beim kulinarischen Angebot gab es Unzufriedenheit. Es gab halt Cervelat statt Currywurst, Rösti statt Bratkartoffeln und Zürcher Geschnetzeltes statt Rheinischen Sauerbraten. Die eingesessenen Schweizer Mitglieder empfanden den Klub plötzlich als überfüllt, hatte man doch die Sitzanordnungen mit den Möbeln des Deutschen Klubs deutlich verdichtet, um überhaupt zu Stoßzeiten alle Gäste bedienen zu können. Auch entwickelten sich innerhalb der Schweizer Gemeinde Animositäten. Deren nicht-deutschsprachigen Teile hatten den Eindruck, dass Deutsch in den Restaurants, und in den Einrichtungen zu sehr überhand nahm.

Die Veranstaltungen im Jahresablauf waren – für die deutschen Neumitglieder – anfangs zu schweizerisch geprägt. Guggapura statt Fasching, Pfadi statt Laternenumzug. Das Highlight der schweizerische Nationalfeiertag. Zum Ausgleich aber das deutsche Oktoberfest (dazu später mehr). Daneben aber auch gemeinsame Dinge wie Ostereiersuchen, und eine Weihnachtsfeier.

Weitere Probleme ergaben sich gelegentlich beim übernommenen Personal. Im Deutschen Klub war der Umgang zwischen dem Management, den Mitgliedern und dem Personal sehr freundschaftlich, fast familiär. Es gab kaum Fluktuation, viele Mitarbeiter waren langjährig im Klub bedienstet. So war es z.B. ganz normal, dass die Frau und das kleine Kind eines Mitarbeiters ihre Sonntagnachmittage im Klub verbrachten, und dabei auch den Pool benutzten. Niemand störte sich daran. Als sie dies, zugegebenermaßen ohne vorherige Absprache mit dem Management des nun neuen Arbeitgebers, auch im Swiss Club tat, wurde sie unfreundlich des Geländes verwiesen. Der betroffene, gerade übernommene Mitarbeiter kündigte daraufhin. Viele deutsche Mitglieder fanden das schade.

Im Laufe der Monate rangelten sich die Angelegenheiten zurecht. Das Menü wurde teilweise an deutschen Geschmack angepasst. Internationale Klassiker a la Pizza, Pasta und Burger gab es eh immer. Als der Reiz des Neuen vorbei war, waren auch die Besuche der Neumitglieder weniger regelmäßig, und es war daher in den Restaurants weniger voll.

Innerhalb der schweizerischen Gemeinde hatte es, wie oben beschrieben, Unzufriedenheit gegeben über die deutschsprachige Dominanz. Als Fragen aufkamen, wann man denn nun ein mögliches Stimmrecht für Associate Members besprechen würde, wie es ja vereinbart war, gründete sich innerhalb der nicht-deutschsprachigen Ordinary Members eine Initiativgruppe. Diese strebte eine Satzungsänderung in der Form an, dass eine Änderung der Mitspracherechte der jeweiligen Mitgliedschaftskategorien ein-für-alle-mal ausgeschlossen wird. Begründet wurde dies mit dem Bestimmungsrecht über das althergebrachte, beträchtliche Vermögen des Swiss Club. Obwohl dieses Problem von Juristen lösbar gewesen wäre – z.B. durch die Erfordernis doppelter Zustimmung Associate und Ordinary Members bei vermögensrelevanten Angelegenheiten, oder jeweils nur diese exklusiv von den Ordinary Members entscheiden zu lassen, andere Angelegenheiten aber von der gesamten Mitgliederschaft – erhielt der Antrag eine deutliche Mehrheit unter den Ordinary Members. Jede Art von Stimmrecht für die deutschen Mitglieder war damit kein Thema mehr. Viele Leute empfanden dies als unangemessen, und fühlten sich über den Tisch gezogen, und vom ehemaligen eigenen Vorstand nicht umfassend, oder falsch informiert, finanzierte man doch den Klub zu erheblichen Teilen. Rein rechtlich war dies aber in Ordnung.

Das Klubleben ging weiter. Die große Zahl deutscher Mitglieder ebnete den Weg für ein schon länger angedachtes, aber bislang nicht realisiertes Projekt. Gemeinsam mit der Deutschen Schule errichtete, auf einem dem Swiss Club gehörenden Grundstück, genau zwischen dem Campus und dem Klub, eine Sport- und Mehrzweckhalle. Dazu ein Fitness Center, diverse Mehrzwecknebenräume (z.B. für Yoga-, Musikunterrichts- und Ballettklassen) und eine Bahnenschwimmanlage mit olympischen Distanzen. Tagsüber standen diese Sport- und Freizeiteinrichtungen der Deutschen Schule zur Verfügung. Abends und am Wochenende konnten die Mitglieder des Swiss Club diese nutzen.

Zu einem großen, gemeinsamen Erfolg wurde auch das Oktoberfest. Traditionell vom Deutschen Klub ausgerichtet, wurde die Organisation vom Swiss Club übernommen. Bereits im gleichen Jahr (2000) gab es ohne Unterbrechung eines. In den folgenden Jahren wurde das Oktoberfest erheblich vergrößert – sowohl die Zeltgröße, als auch die Dauer, durch Hinzufügung des Donnerstags, in einigen Jahren auch des Mittwochs. Allerdings wurde das Volksfest auch stark professionalisiert, und kommerzialisiert. Es wurde erheblich teurer, die Getränkepreise liegen heute oberhalb des Levels der Gastronomie. War es unter der Ägide des deutschen Klubs ein Zusammenkommen der Deutschen Gemeinde, wurde es zu einer Leitveranstaltung, zu dem sogar aus Nachbarländern Besucher anreisen. Insbesondere in Singapur ansässige Firmen nutzen das Oktoberfest für regionale Treffen und Unternehmensevents.

Diese Entwicklung hat Vor- und Nachteile. Nachteilig ist es für die normalen Mitglieder aller Kategorien. Da lange vor dem Buchungsbeginn große Firmen und Sponsoren Zugriff auf die besten Tische haben, ist es, selbst für langjährige Mitglieder, kaum möglich einen wirklich attraktiven Tisch zu bekommen. Der große Vorteil liegt beim Swiss Club. Der erhebliche Überschuss aus der Veranstaltung ist heute ein essenzieller Bestandteil der Finanzplanung Vereins. Der Finanzierungsbeitrag des Oktoberfestes stellt sämtliche anderen Veranstaltungen des Swiss Club, selbst die zum Schweizer Nationalfeiertag, in den Schatten.

Ein besonderes Oktoberfest fand 2005 statt. Es ging sozusagen in die Verlängerung. Der Festtermin lag vom Donnerstag 29.09. bis Sonntag 02.10.. Da der Tag der Deutschen Einheit, seinerzeit der 15’te, auf Montag den 03.10. fiel, hatte die Deutsche Botschaft das Festzelt für den Tag noch reservieren lassen, und einen Festakt organisiert. Alle in Singapur ansässigen Deutschen konnten bei der Botschaft, unter Vorlage des Passes, zwei Eintrittskarten erhalten. Am Abend wurden vom Botschafter, sowie einem Singapurer Politiker (ich erinnere leider nicht mehr, wer das war) eine kurze Ansprache gehalten. Der Chor der deutschen Schule sang die Nationalhymne. Danach gab es ein Buffet und es wurde gefeiert. Ein toller Abend, der in meinem Freundeskreis noch heute in Erinnerung ist.

Ab 2008 wurde das Oktoberfest erheblich vorverlegt, meist bereits auf Mitte September. Der Grund liegt im Beginn der Formel-1 Rennen in Singapur, von deren Terminierung man sich absetzen wollte.

Ebenso im Jahre 2005 kam es zu erheblichen Dissonanzen zwischen den ehemaligen Mitgliedern des Deutschen Klubs als Associate Members, und den schweizerischen Ordinary Members. Um ihre Wettbewerbsfähig mit anderen internationalen Schulen zu wahren, beabsichtigte auch die Schweizer Schule eine neue Sporthalle, ebenfalls auf Grundstücken des Swiss Club zu errichten. Nach monatelangen Versuchen war klar, dass die Finanzierung scheitern würde. Es gab keine ausreichenden Zusagen für Bankfinanzierungen – auch nicht von hier ansässigen großen schweizerischen Finanzinstituten. Genausowenig konnten ausreichend Sponsoren gefunden werden – auch nicht von hier ansässigen großen schweizerischen Unternehmen z.B. der Pharma-, Banken- und Versicherungsbranche.

In dieser Situation vereinbarten die Leitung der Schweizer Schule und der Vorstand des Swiss Club, dass dieser aus seinen Liquiditätsreserven der Schweizer Schule für den fehlenden Betrag ein nachrangiges Darlehen begibt. Da das Darlehen nachrangig war, wurde es von Banken quasi als Eigenkapital anerkannt. Dies wurde von den Ordinary Membern, als einzig relevante stimmberechtigte Gruppe, per Abstimmung genehmigt – obwohl der Löwenanteil der Liquiditätsreserven aus dem Übertritt der Mitglieder des Deutschen Klubs stammte. Die Schweizer Schule rekrutiert den Großteil seiner Schüler innerhalb der Schweizer Gemeinde. Diese stellt die stimmberechtigten Mitglieder. Die Motivationslage, eigenes Interesse war offensichtlich. Rechtlich in Ordnung, es blieb jedoch ein schlechtes Gefühl bei den Associate Members – und es sollte noch mehr kommen.

Nahezu zeitgleich mit der Darlehensausreichung an die Schweizer Schule beschloss der Vorstand des Swiss Club, für alle Mitglieder die Pflichtkaution (Deposit) um mehrere hundert Dollar zu erhöhen. Da die bereits bestehende Kaution bis dato die laufenden Rechnungen der meisten Mitglieder komplett abdeckte, der Klub also quasi kaum out-of-pocket war, bedeutete die massive Anhebung der Kaution de-facto eine Anleihe von den Mitgliedern aufzunehmen. Da die weitaus meisten Mitglieder Associate Members waren, kam von diesen der Hauptanteil der zufließenden Mittel. Das Vorgehen war rechtlich in Ordnung, die Statuten des Klubs erlaubten dem Vorstand ausdrücklich, die jeweilige Kaution festzulegen.

Obwohl der Vorstand des Swiss Club dies in Abrede stellte, für die weitaus meisten Mitglieder gab es einen klaren Zusammenhang zwischen dem Abfluss von Barmitteln als Darlehen an die Schweizer Schule, und dem Wiederhereinholen der Mittel über die Anhebung der Kaution. Hatten in den letzten Jahren deutsche Mitglieder den Swiss Club eher verlassen, wenn sie wegzogen, kam es nach diesen Ereignissen zu einer nicht geringen Anzahl von Austritten. Manch einer rechnete zum ersten Mal, wie und wie oft er den Klub wirklich nutzt, und ob es nicht Alternativen gibt. Eine ganze Reihe von Leuten widerriefen auch die Bankeinzugsermächtigungen des Swiss Clubs. Sie zahlten fortan die Monatsrechnungen per Cheque oder Überweisung, jedoch nicht die zusätzliche Kaution. Nach einigen Monaten wurden diese Mitglieder, nach einigen Mahnungen, aus dem Klub entfernt, womit diese auch gerechnet hatten.

In den Folgejahren gab es keine Wiederholungen derartiger Ereignisse. Die verärgerten Mitglieder hatten den Klub verlassen, das Klubleben normalisierte sich. Mit der Zeit normalisierten sich auch die Mitgliederzahlen. Es gab deutlich mehr Austritte als Eintritte. Die Austritte von ehemaligen Mitgliedern des deutschen Klubs waren meist durch Wegzug aus Singapur bedingt. Neueintritte blieben im gleichen Rahmen, wie vor dem Übertritt der Mitglieder des deutschen Klubs. Weniger Leute waren bereit, oder in der Lage, mehrere tausend Dollar Aufnahmegebühr zu zahlen. Im Wettbewerb mit anderen Klubs, die gleiche Facilities anboten, waren – und sind – außerdem immer noch die Mitgliedsschaftsklassen hinderlich. Und, ganz allgemein sind heute Leute generell zögerlicher, sich in verfassten Organisation zu engagieren. Es gibt einerseits mehr Alternativen, andererseits hat sich auch die durchschnittliche Verweildauer von Ausländern hier verringert. Trotzdem bilden Deutsche unter den Associate Members des Swiss Club immer noch eine Mehrheit.

Rückblickend – wer sind die Gewinner und Verlierer ?

Gewinner waren erst einmal die Mitglieder des Deutschen Klubs, die gerne Mitglied in einem wesentlich größeren Klubs werden wollten, aber die Beitrittsgebühr scheuten. Ganz großer Gewinner war der Swiss Club. Hatte er doch durch den einmaligen Zufluss mehrerer Millionen Dollar seine Liquiditätsklemme nachhaltig beseitigen können, da die Mittel ja auch nach der Normalisierung der Mitgliederzahl durch den Übertritt im Swiss Club verblieben. Außerdem bekam er durch den nachhaltigen Finanzüberschuss als Ausrichter des Oktoberfestes eine Finanzierungsquelle, unabhängig von der eigenen Mitgliederzahl, in die Hand.

Verlierer waren die Mitglieder des Deutschen Klubs, die gerne einen kleineren, familiäreren Klub, mit volkstümlichen Preisen behalten hätten. Vor allem solche, die den Klub vorwiegend als Restaurant und Treffpunkt genutzt haben, und weniger die sonstigen Einrichtungen. Größter Verlierer war aber – zumindest aus meiner Sicht – die Deutsche Gemeinde in Singapur als Ganzes. Hatte sie doch ihren zentralen Treff- und Anlaufpunkt verloren. Durch die unwiderrufliche Übertragung des Großteils des liquiden Vermögens auf den Swiss Club, wurde gleichzeitig, und wahrscheinlich endgültig, die Möglichkeit vergeben, einen neuen Deutschen Klub aufzubauen.

… Ende

Nachtrag :

Nach dem vorangegangenen Post über den Deutschen Klub sowie diesen, über die Deutsche Gemeinde im Swiss Club, fehlt noch ein Rückblick auf die German Association durch die vergangenen zwanzig Jahre. Als Rechtsnachfolger des deutschen Klubs ist sie heute noch aktiv, unterhält aber kein eigenes Klubhaus. Hierzu mehr, in einem weiteren Post zu gegebener Zeit.

 

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